Aktuell


Sein Herz war in Somalia geblieben

Ein Nachruf auf den Karikaturisten Abdirahman Alif

Von Abdirahman Osman (Übersetzung: Tim Neshitov)

alif

Man sagt in Somalia: Willst du richtig berühmt werden, geh in die Ferne. Oder stirb gleich. Das klingt zynisch, ist aber leider oft der Fall mit begabten Menschen in Somalia. Das trifft auf jeden Fall auf den Karikaturisten Abdirahman Abdullahi Alif, der am 6. Dezember im Alter von 46 Jahren starb. Er starb im Exil, in Kenia. Er war lange krank gewesen (Diabetes), ihm war bereits ein Bein amputiert worden.

Alif hatte Somalia 2013 verlassen, und je länger er wegblieb, desto mehr vermisste man ihn dort. Seinen Humor, seinen Mut. Sein Ruhm wurde in der Ferne immer größer. Erst von Kenia aus wurde er in seiner Heimat Somalia zu einem richtigen Star.

Er war einer, der immer neugierig blieb. Einer, der sich nie lustig machte. Er wies auf Missstände hin, mit Humor. Während des Bürgerkrieges in den Neunziger- und den Nullerjahre blieb er in Somalia. Seine Freunde flohen, seine Kollegen flohen. Er blieb. Wurde noch Vater von acht Kindern.

Ich lernte ihn 2006 in der Redaktion der Zeitung Somalische Nationalpost kennen, für die wir damals beide arbeiteten. Ich, ein Jungspund, er ein alter Hase. Weiterlesen

 


Offener Brief an Mesut Koç, Generalkonsul der Republik Türkei in München

Sehr geehrter Herr Generalkonsul,

der 3. Mai wurde 1993 von der UNESCO zum Welttag der Pressefreiheit ausgerufen. Seither wird an diesem Tag weltweit auf die Bedeutung der freien Presse für die demokratische Entwicklung hingewiesen.

In diesem Jahr wenden sich der Bayerische Journalistenverband, der Internationale PresseClub München und der Verein Journalisten helfen Journalisten in einem Offenen Brief an Sie. Gemeinsam appellieren wir an Sie, mit Ihren Mitteln darauf hinzuwirken, dass der türkische Staat die Presse- und Meinungsfreiheit so achtet, wie dies in demokratischen Ländern notwendig und üblich ist.

Sie waren im August vergangenen Jahres zu Gast im Münchner PresseClub und haben schon damals die Befürchtungen der Kolleginnen und Kollegen vernommen, nach dem gescheiterten Putschversuch könnten Meinungsfreiheit und Pressefreiheit in der Türkei einschränkt und Journalisten bei ihrer Arbeit behindert, ja sogar verfolgt werden. Sie haben damals versichert, für solche Sorge bestehe kein Anlass, die Freiheit der Presse sei gewährleistet, und jeder Inhaftierte erhalte ein rechtsstaatliches Verfahren nach europäischen Maßstäben.

Den offenen Brief von Journalisten helfen Journalisten e.V., Bayerischer Journalisten-Verband e.V. und Presseclub München e.V.  weiterlesen

 


„Noch sind wir wenige“

Ein Journalist in Ost-Kongo erzählt, warum er seinen Beruf trotz allem nicht aufgibt

Von JhJ

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Reagan Mwanaweka redet nicht lange darum herum. „Pressefreiheit existiert bei uns nicht“, sagt der junge Journalist in Goma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Das Thema Sicherheit zum Beispiel sei ein „totales Tabu“. Dabei müsste die Bevölkerung auf dem Land dringend wissen, wo gerade welche Miliz wütet, ob die Bäuerinnen auf das Feld außerhalb des Dorfes laufen können, ohne ausgeplündert und vergewaltigt zu werden. Weiterlesen.

 


Neue Heimat

Von Korbinian Eisenberger

neue heimat

Eines Morgens kam Olaleye Akintola, ein geflüchteter Journalist aus Nigeria, in die Ebersberger Lokalredaktion der Süddeutschen Zeitung, stellte sich vor und sagte, er würde gerne für die SZ schreiben. Aus seinem Besuch entstand die wöchentliche SZ-Kolumne „Neue Heimat“. Sie soll geflüchteten Autoren und den Lesern der SZ eine neue Perspektive bieten. Weiterlesen. Foto: Peter Hinz-Rosin, SZ (Olaleye Akintola (r.) im Gespräch mit Walter Brilmayer).

 

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Latest News

 

LITERATUR

Marc Engelhardt ( Hrsg.)
Die Flüchtlingsrevolution“ –
Wie die neue Völkerwanderung die ganze Welt verändert
(mit Beiträgen u.a. von Bettina Rühl, JhJ )
Weltreporter.Net
Pantheon Verlag, München, 2016 , 351 S.

Christiane Schlötzer
„Lesereise Türkei“
Picus Verlag,
Wien 2016

Henning Klüver ( Hg. )
„Mailand“
Eine literarische Einladung
Berlin, 2016, 140 S.

Dzevad Karahasan
„Der Trost des Nachthimmels“
Roman
Frankfurt am Main, 2016

Christiane Grefe
„Global Gardening“
Bioökonomie – Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft?
München, 2016

Zora del Buono
„Das Leben der Mächtigen“
Reise zu den alten Bäumen
Berlin, 2015

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