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Journalisten helfen Journalisten e.V. (JhJ) wurde 1993 gegründet, als der Krieg in Ex-Jugoslawien auch unter Journalisten die ersten Opfer gefordert hatte. Zu ihnen gehörte auch der Reporter der Süddeutschen Zeitung, Egon Scotland. In Erinnerung an ihn, an die Fotografin Anja Niedringhaus (ermordet 2014 in Afghanistan ) und viele weitere getötete und verfolgte Kolleginnen und Kollegen versucht JhJ weltweit in Not geratenen Kolleginnen und Kollegen und deren Familien in Kriegs- und Krisenregionen zu helfen. Einer der ersten, denen geholfen wurde, war der bosnische Autor Dzevad Karahasan. Zu den Mitbegründern von JhJ gehörte auch der SZ-Journalist Herbert Riehl-Heyse (1940 – 2003). Im Jahr 2004 erhielt JhJ den Leipziger Medienpreis.

 

Gute Nachrichten aus einem schwarzen Jahr 2016

Von Christiane Schlötzer und Carl Wilhelm Macke

Newsroom der Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd) in Frankfurt am Main am 18.08.2011.

Newsroom des Evangelischen Pressedienstes (epd) in Frankfurt am Main. Foto: Privat

 

Das Jahr 2017 könnte ein schwarzes Jahr für den Journalismus werden… In der Türkei waren zu Beginn des neuen Jahres 149 Journalisten und Medienschaffende in Haft (nach einer Auflistung der türkischen Medienplattform P 24, die u.a. auch Verleger mitrechnet). Das Committee to Protect Journalists (CPJ) in New York zählte zuletzt 81 inhaftierte türkische Journalisten. Schon 2016 hat JhJ begonnen, mehrere türkische Kolleginnen und Kollegen und ihre Familien an verschiedenen Orten zu unterstützen.

Wir werden dies auch weiterhin tun. JhJ hat 2016 auch Hilfen an Journalisten und ihre Angehörigen aus zahlreichen anderen Ländern geleistet, sie kamen unter anderem aus Somalia, Burundi und Uganda, aus Syrienund Pakistan, Jemen, Usbekistan, Iran.Es gab auch immer wieder „gute“ Nachrichten im vergangenen Jahr: So konnten zum Beispiel der pakistanische Kollege Tahir Yousaf, seine beiden Kinder und seine Frau, die von uns seit dreieinhalb Jahren in der Türkei betreut wurden, wo sie als Flüchtlinge lebten, endlich in die USA ausreisen und ein neues Leben beginnen. Eine iranische Kollegin, ebenfalls in der Türkei als Flüchtling von uns begleitet, durfte nach langen Mühen offiziell nach Kanada umsiedeln.

Wir haben in vielen Fällen Hilfe zum alltäglichen Überleben geleistet, medizinisch notwendige Behandlungen bezahlt, Menschen, die ins Exil gezwungen wurden, beigestanden und – nicht minder wichtig – Kolleginnen und Kollegen, wo das ging, journalistische Arbeitsmöglichkeiten verschafft.

Zudem hat JhJ sein internationales Netzwerk noch enger im Sinne einer ‚Civil Globalization’ geknüpft, dabei auch die Zusammenarbeit mit ‚Reporter ohne Grenzen’ vertieft, und wieder viele, kleine und große Spenden erhalten, ohne die wir unsere ehrenamtliche Vereinsarbeit nicht fortsetzen könnten. Wir danken allen unseren Spendern und Vereinsmitgliedern und wir bitten Sie und Euch, uns auch weiterhin zu unterstützen.

 

Johann-Philipp-Palm-Preis 2016

(4. Dezember, Schorndorf)
Wut statt Wahrheit? Eine Rede anlässlich der Verleihung, von Hubert Spiegel (FAZ)

Wer bestimmt eigentlich, welche Wörter in ein Wörterbuch aufgenommen werden und welche nicht? Das ist, historisch betrachtet, Aufgabe der Wörterbuchredaktionen. Aber wer hat die Wörterbuchredaktionen inthronisiert, wer erteilte den Auftrag, wer gab ihnen die Macht, woher beziehen sie ihre Legitimität? (Foto: oh) Weiterlesen.

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Akademiker für den Frieden (Türkei): Laudatio von Christiane Schlötzer (SZ)

Tausende Verhaftungen, Entlassungen, Gerichtsprozesse, Enteignungen, wer zählt sie noch? Akademiker, Journalisten, Unternehmer, Offiziere, Richter, Lehrer, Gouverneure, Hochschulrektoren, Abgeordnete, die Vorsitzenden der mehrheitlich kurdischen HDP, die eigentlich eine Bündnispartei ist, der auch Sozialisten, Feministinnen und Umweltaktivisten angehören. Betroffen sind mehr als 120 000 Menschen und ihre Familien, Angehörige, deren Pässe ungültig gemacht wurden, Kinder, die von Schulen verwiesen wurden. Wer kennt noch all ihre Namen? Ihr Vergehen: Gegnerschaft oder auch nur vermeintliche Gegnerschaft zu einem Mann, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. 2016 ist das Horrorjahr der Türkei. Weiterlesen.

 

Changing lanes

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By Meera Jamal

Looking at the colourful display of my cakes, that represent beauty, colours, creativity and my passion for them, people who have known me from my journalist days, always ask, “But what about journalism?“. My answer that, “I am happy making cakes“, never seems to satisfy them. They would then go on explaining how well I use to write and how well-appreciated my articles were.

The truth is, making cakes is my escape from the reality around me. It kind of satisfy my innate wish to make things look beautiful, pleasant and appealing — something, that I never achieved working as a journalist. I now help people celebrate their happiness, something, that I hardly did while being a journalist. Read full article. Foto: Privat.

 

Aus dem Freiluftgefängnis ins Exil

Von Zeynep Mert*

„Lass uns zu Mama gehen, ich mag es hier nicht“, weinte mein Sohn und umarmte seinen Vater auf der Couch in einer Altbauwohnung in Deutschland an jenem Dienstagnachmittag.

Nach drei Stunden Flug fühlte er sich unwohl in der fremden Wohnung, in der er weder sein Spielzeug fand noch sein Spielzelt, in dem wir Bücher gelesen und gekuschelt hatten.

Es war schwer, einem zweieinhalb Jahre alten Kind zu erklären, warum Mama und Papa aus ihrer Heimat geflohen waren in ein Land, in dem sie kaum jemanden kannten und nicht wussten, was sie in Zukunft erwartete. Weiterlesen.

*Zeynep Mert ist eine türkische Journalistin. Sie schreibt unter Decknamen, weil sie Vergeltung gegen ihre Familienmitgieder in der Türkei befürchtet. Deutsch: Tim Neshitov

 

In Burundi verfolgt, in Deutschland prämiert

Ines Gakiza

Die Radiojournalistin Ines Lydie Gakiza aus dem ostafrikanischen Land Burundi erhält den Johann-Philipp-Palm-Preis 2016. Sie lebt gerade als Stipendiatin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und mit Unterstützung von JhJ in der Freien und Hansestadt (Foto: HH Stiftung). Eine Würdigung von Carl Wilhelm Macke.

 

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Latest News

 

NEUE LITERATUR

Marc Engelhardt ( Hrsg.)
Die Flüchtlingsrevolution“ –
Wie die neue Völkerwanderung die ganze Welt verändert
(mit Beiträgen u.a. von Bettina Rühl, JhJ )
Weltreporter.Net
Pantheon Verlag, München, 2016 , 351 S.

Christiane Schlötzer
„Lesereise Türkei“
Picus Verlag,
Wien 2016

Henning Klüver ( Hg. )
„Mailand“
Eine literarische Einladung
Berlin, 2016, 140 S.

Dzevad Karahasan
„Der Trost des Nachthimmels“
Roman
Frankfurt am Main, 2016

Christiane Grefe
„Global Gardening“
Bioökonomie – Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft?
München, 2016

Zora del Buono
„Das Leben der Mächtigen“
Reise zu den alten Bäumen
Berlin, 2015

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