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Journalisten helfen Journalisten e.V. (JhJ) wurde 1993 gegründet, als der Krieg in Ex-Jugoslawien auch unter Journalisten die ersten Opfer gefordert hatte. Zu ihnen gehörte auch der Reporter der Süddeutschen Zeitung, Egon Scotland. In Erinnerung an ihn, an die Fotografin Anja Niedringhaus (ermordet 2014 in Afghanistan ) und viele weitere getötete und verfolgte Kolleginnen und Kollegen versucht JhJ weltweit in Not geratenen Kolleginnen und Kollegen und deren Familien in Kriegs- und Krisenregionen zu helfen. Einer der ersten, denen geholfen wurde, war der bosnische Autor Dzevad Karahasan. Zu den Mitbegründern von JhJ gehörte auch der SZ-Journalist Herbert Riehl-Heyse (1940 – 2003). Im Jahr 2004 erhielt JhJ den Leipziger Medienpreis.

 

In Burundi verfolgt, in Deutschland prämiert

Die Radiojournalistin Ines Lydie Gakiza aus dem ostafrikanischen Land Burundi erhält den Johann-Philipp-Palm-Preis 2016. Sie lebt gerade als Stipendiatin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und mit Unterstützung von JhJ in der Freien und Hansestadt (Foto: HH Stiftung). Eine Würdigung von Carl Wilhelm Macke.

Ines Gakiza

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NEUES JHJ-BASISLAGER ERÖFFNET

neues basislager

Von Carl Wilhelm Macke
Gut zwanzig Jahre lange befand sich das ‚JhJ-Basislager‘ in der Privatwohnung des Geschäftsführers im münchner Stadtteil Haidhausen . Im Hintergrund das Ticken der Eieruhr, neben dem Schlafzimmer und umgeben von Bügelwäsche wurden hier am Schreibtisch die Nachrichten von Mord & Totschlag auf allen fünf Kontinenten empfangen. Bitten um milde Gaben an Erben reicher Eltern und andere dem Fortschritt der Menschenrechte wohlgesonnene sonstige Vermögende in Nah und Fern wurden von hier verschickt. Journalistinnen, Journalisten und sonstige des Schreibens mächtige Freunde ersten, zweiten und dritten Grades wurden von hier als neue Mitglieder umbuhlt. Manche konnte man überzeugen, viele blieben wohlwollend auf Distanz. Spenden wurden von hier an verfolgte, inhaftierte, verwundete Journalisten in Krisenregionen rund um den Globus verteilt. Und von Jahr zu Jahr wuchs hier auch die Anzahl der Aktenordner, Ablagen, Briefumschläge, Dankesschreiben aus aller Welt. Segen gab’s keinen, aber mit ‚Urbi et Orbi‘ war man hier im Internet immer verbunden. Gespart wurde an allen allen Ecken und Enden, damit die vereinsinterne Kassenprüfung, das örtliche Finanzamt und ‚Transparency International‘ nichts zu klagen hatten.
Das alles wird jetzt auch weitergeführt und wie sich die Welt derzeit nun mal entwickelt, ist ein Ende notwendiger Hilfen für ‚Journalisten in Kriegs-, Krisen- und diktatorisch gelenkter Regionen nicht in Sicht. Help must go on – aber die Lage des ‚JhJ-Basislager hat sich seit dem 1. Juli 2016 radikal verändert. In geschätzer Luftlinie von vielleicht 5oo m. von dem alten ‚Schlafzimmer-Büro‘ befindet sich ein ‚Stadtteilladen‘, in dem JhJ in Zukunft eine kleine feine Büroecke angemietet hat. Schreibtisch, Regale ( in Hülle & Fülle ), sogar einen Papierkorb gibt es. Eine WLAN-Verbindung existiert natürlich – funktioniert aber erst nach dem Oktoberfest 2016. Die Mietkosten bewegen sich in einem für die weltweit berüchtigten münchner Verhältnisse schwindelerregend niedrigem (!) Bereich. ( Lob und Dank für die Besitzer dieses erstaunlichen Wohnprojekts in bester städtischer Wohnlage unweit des Ost-Bahnhofs ). Ebenfalls in dem Büroladen vertreten sind diverse Gruppen der lokalen und europäischen Basiskultur wie eine Kindergruppe ( „Eigenwerk und Unsinn“ ), der Gitarrenlehrer Armin, ein ‚Deutsch-französischer Mini-Club‘, der ‚Verkehrsclub München‘ ( David gegen Goliath ADAC…) und die Redaktion der ‚Haidhauser Nachrichten‘, der ältesten nicht-kommerziallen Stadtteilzeitung Deutschlands‘ ( produziert aus „purer Leidenschaft für Lokalpolitik, Kultur, Haidhausen und den Rest der Welt“). Und für diesen verbleibenden ‚Rest der Welt‘ soll in Zukunft auch JhJ zuständig sein….Daß sich dieser Stadtteilladen mit globaler Orientierung in unmittelbarer Nähe des ‚Alten Haidhauser Friedhofs‘ befindet, sollte auch nicht unerwähnt bleiben.  Liegt doch dort im Schatten großer Laubbäume seit dem Sommer 1991 Egon Scotland begraben.

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Singen mit dem Feind

 

Hass, Unwissen, Korruption und Machthunger vergiften seit Jahrzehnten die Atmosphäre zwischen Kongolesen und Ruandern. Die beiden Nachbarländer haben zahlreiche Kriege geführt. Ethnische Hetze, Falschinformation und Manipulation der Bevölkerung sind allgegenwärtig. Viele Medien in der Region verstärken die Zwietracht, statt objektiv aufzuklären. Sie werden so Teil des Problems. Vier junge Reporter und Artisten wollen nun gegensteuern. Fiston Muhindo, Arsène Arky, Maxime Rindiro und Yves Nkuyemuruge haben mit finanzieller Unterstützung der deutschen Botschaft in Kinshasa ein Musikvideo gedreht. In dem Song „Afrika steh‘ auf“ rufen sie zur Versöhnung der beiden Völker auf und ermuntern ihre jungen Landsleute, eine friedliche Gesellschaft zu schaffen. Weiterlesen.

 

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Latest News

 Termine

 

10. September

Nacht der SZ-Autorinnen und Autoren in München

27. Oktober

„Münchner Medientage“

Meinungsfreiheit unter Lebensgefahr

Die Radiojournalistin Ines Lydie Gakiza berichtet über ihre Heimat Burundi

28. November

  • JhJ-Jahresmitgliederversammlung

4. Dezember

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Neuerscheinungen

Christiane Schlötzer
„Lesereise Türkei“
Picus Verlag,
Wien 2016

Dzevad Karahasan
„Der Trost des Nachthimmels“
Roman
Frankfurt am Main, 2016

Christiane Grefe
„Global Gardening“
Bioökonomie – Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft?
München, 2016

Zora del Buono
„Das Leben der Mächtigen“
Reise zu den alten Bäumen
Berlin, 2015

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