Entführt in Luhansk

Am 3. März wurde die ukrainische Fotografin Maria Warfolomejeva freigelassen. Sie war am 9. Januar 2015 von prorussischen Separatisten in ihrer Heimat Luhansk im Osten der Ukraine entführt worden.  JhJ unterstützt die Journalistin, die nun in Kiew lebt (Foto: Privat).

Maria Varfolomeyeva

Flucht mit der Kamera

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JhJ unterstützt Mujtaba Jalali, einen 24-jährigen afghanischen Fotographen aus Iran, der im niederländischen Exil lebt. Jalali musste im Juli 2015 Iran verlassen und dokumentierte seine Flucht mit Fotos, die er mit seinem Handy machte. Wir zeigen hier eins davon. Mehr Bilder von Mujtaba Jalali findet man auf seinem Instagram-Account, bei The Phoblographer und in einem Artikel des Guardian.

Begegnung mit den Anderen

Anläßlich der Ausstellung von Bildern der Photographin Anja Niedringhaus im Franz Hitze Haus, Münster

Eine Rede von Carl Wilhelm Macke, Münster, 22. März 2016

„Manchmal komme ich von dem, was ich photographiere, krank am Herzen zurück, und die Gesichter der Menschen in ihrem Schmerz sind in mein Bewußtsein so scharf eingegraben wie auf meinen Negativen. Aber ich gehe wieder hinaus, weil ich der Überzeugung bin, daß es mein Auftrag ist, solche Bilder zu machen. Die reine Wahrheit ist das Wesentliche, und die ist es, die mich anrührt, wenn ich durch meine Kamera sehe“ . weiterlesen

Die Geschichte von Kefsan A.

Mein Name ist Kefsan. Ich bin 1985 im iranischen Kurdistan  geboren. Meine Familie war sehr arm, meine Kindheit sehr hart und traurig. Immer wenn ich an meine Kindheit zurück denke, werde ich von einer tiefen Traurigkeit überwältigt. weiterlesen

What went wrong after Clausnitz

By Meera Jamal (Foto: Privat)

Meera Jamal. Foto: Privat

The weather was pleasant that evening, unlike the ambiance at my home in Pakistan, where emotions were running high. My mom, dad and sister and her children were all there to bid me farewell. My mom tried one last time to play the emotional card (where she would ask me to leave my profession and stop voicing my thoughts), half knowing that it won’t work. Her beautiful eyes were filled with tears and I knew no words potent enough to comfort her. I turned to my dad, who I knew would never ask me to give up. read on

Der Schuss

1991 ermordet ein serbischer Scharfschütze den SZ-Reporter Egon Scotland

Von Hans Holzhaider

„Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau. Nur wenige Stunden nach dem Waffenstillstandsappell des jugoslawischen Staatspräsidiums ist es zwischen Serben und Kroaten wieder zu heftigen Gefechten gekommen. Bei Glina südlich von Zagreb kamen nach Augenzeugenberichten bis zu hundert kroatische Soldaten ums Leben. Hauptmann Dragan, der Anführer der serbischen Milizen in Kroatien, sagte, fast alle Dörfer südlich von Zagreb seien jetzt unter seiner Kontrolle. Zu den Opfern gehört auch der 43 Jahre alte Redakteur der in München erscheinenden Süddeutschen Zeitung, Egon Scotland (Foto: SZ), der tödliche Schussverletzungen erlitt, als er nach vermissten Kollegen suchte, die aber inzwischen in Sicherheit sind.“ weiterlesen

Schreib auf, so viel Du kannst, mein Freund

Von Giovanni di Lorenzo

Rede anläßlich der Verleihung der Gerd-Bucerius-Förderpreise „Freie Presse Osteuropa“, 2014, Hamburg, 12. Juni 2014 (Foto: Jim Rakete)

Giovanni di Lorenzo.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Preisträger,

Ich werde am Ende meines kleinen Grußworts darauf zu sprechen kommen, warum Jour­nalisten vorsichtig mit dem Gebrauch von Sta­tis­tiken sein sollten. Ich sage das vorweg, weil ich an dieser Stelle trotz­dem mit einer be­ginnen möchte: Nach den Maß­stäben des ameri­ka­nischen Insti­tuts „Freedom House“ leben nur etwa 14 Prozent der Menschen welt­weit in einem Land, dessen Presse sich wirk­lich als frei be­zeich­nen kann. Das entspricht gerade mal einem Siebtel der Menschheit! weiterlesen

Eine Pazifistin als Kriegsphotographin

Zum Tod von Anja Niedringhaus (1965 – 2014)

Von Carl-Wilhelm Macke

Anja Niedringhaus

Die Anfang April 2014 in Afghanistan ermordetete Photographin Anja Niedringhaus war seit vielen Jahren auch Mitglied von Journalisten helfen Journalisten. Da sie oft wie eine Getriebene von einem Kriegsschauplatz zum anderen flog um dort Aufnahmen zu machen, war es schwer, sie einmal in Ruhe an irgendwelchen “friedlichen” Orten zwischen Genf und einem deutschen Ort persönlich zu treffen. weiterlesen

Muxubooy, was hast du heute gesehen?

Von Abdirahman Osman

Erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 1. Februar 2012. Übersetzung: Tim Neshitov

Der somalische Dichter und Dramatiker Abdi Mohammed Amin hinterließ nach seinem Tod 2008 eine geistig behinderte Tochter. Sie heißt Muxubooy. Als ich Amin kurz vor seinem Tod in Mogadischu traf, erzählte er mir, wie Muxu­booy jeden Tag auf die Straße ging, um sich unter die Menschen zu mischen. Auf den Straßen Moga­dischus fliegen Kugeln und Panzer­fäuste, damals, im Jahr 2007, war es noch gefährlicher als heute. „Aber meine Tochter langweilt sich zu Hause“, sagte der Dichter. „Sie muss unbedingt raus. Und jedes Mal, wenn sie zurück­kommt, frage ich sie: Muxu­booy, was hast Du heute gesehen?“ weiterlesen